
PRESSEDIENST Psychologie Archiv I
Äußere Faktoren beeinflussen
Konzentration
Häufig ist Konzentrationsschwäche die Ursache für Schulversagen. Konzentration ist keine Begabung, sondern will erlernt sein und hängt von zahlreichen äußeren Bedingungen ab, gibt der Dresdener Psychologe Professor Karl Westhoff zu bedenken. Voraussetzung sind körperliche und geistige Gesundheit. Er stellt sieben Grundbedingungen auf:
1. Erholsamer Schlaf ist Voraussetzung für konzentriertes Arbeiten.
2. Leistungshoch des Tages nutzen. Jeder Mensch hat während 24 Stunden einen Zyklus von psychischen
Hoch und Tief.
3. Interesse für den Lernstoff steigert die Konzentration. Wünsche, die in die Zukunft zielen, können Lern-Motor sein. Abneigung und Angst erschweren den Lernprozess.
4. Lärm und störende Umwelt meiden. Ablenkung kostet Konzentrationsenergie.
5. Beherrschen der Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben, Rechnen sind unabdingbare Voraussetzungen zur Konzentration.
6. Genügend Muße zum Luftholen und Kraftschöpfen fördert die Konzentrationsfähigkeit. Ein übervoller Terminkalender - neben der Schule Sport, Musikunterricht - verursacht Stress - den Feind der Konzentration.
7. Persönliche Probleme mit sich selbst, Freunden oder der Familie erschweren, sich auf den Lernstoff zu konzentrieren. pp.
Krise bei Ende der Berufstätigkeit
Sieben Punkte gegen „Vakuum“ – Positive Einstellung
Häufig ist das Ausscheiden aus dem Berufsleben ein krisenhaftes Ereignis, weil der Mensch von alten, zum Teil auch lieb gewordenen Gewohnheiten Abschied nehmen muss. Er wird vom Informationsstrom, den berufliche Tätigkeit mit sich bringt, abgeschnitten. Die Folge können physische und psychische Störungen sein. Die Psychologin Elisabeth Minnemann vom Deutschen Zentrum für Alternsforschung in Heidelberg gibt mit einem Sieben-Punkte-Programm Hilfestellung.Durch die Beendigung der Berufstätigkeit fällt der vorgegebene Tagesrhythmus weg. An die Stelle soll eine neue, selbst vorgegebene Zeiteinteilung gesetzt werden.
1. Die Berufsaufgaben entfallen. Dieses Vakuum sollte durch Aufgaben und Tätigkeitsfelder ersetzt werden, die dem „neuen“ Leben Sinn und Struktur geben.
2. Ohne Job entsteht ein Gefühl der Nutzlosigkeit – „Ich werde nicht mehr gebraucht“. Der Ausweg: In Eigenverantwortung eine (ehrenamtliche) Tätigkeit übernehmen.
3. Die durch den Beruf geforderten und dauernd trainierten Fähigkeiten sollten in andere Bahnen gelenkt werden: Engagement in Familie, Gruppen oder Initiativen.
4. Das Ansehen und Prestige, das der Beruf bis dahin vermittelt hat, sollte durch neue soziale Beziehungen ersetzt werden, die ein Erfolgsgefühl geben.
5. An die Stelle der Kontakte zu Arbeitskollegen könnten intensivierte Beziehungen zu Familie. Freunden, Bekannten und Nachbarn treten..
6. Eine positive Einstellung zum neuen Lebensabschnitt und Geduld in der Umstellungsphase helfen über die Schwierigkeiten hinweg. pp.
Suggestiv-Fragen verändern
Gedächtnisinhalt kaum
Kinder im Vorschulalter lassen sich eher nicht erlebte Ereignisse einreden, als erlebte Ereignisse ausreden, ergab eine Untersuchung des Bonner Psychologen Johann Endres. Die Fremdbeeinflussung verändert allerdings nicht die Gedächtnisinhalte des Kindes Damit ist die Glaubwürdigkeit als Zeuge bei starker suggestiver Beeinflussung – ähnlich wie beim Erwachsenen – in Frage gestellt. Weniger in die Irre führen lassen sich Kinder, wenn sie vorher auf die Möglichkeit einer falschen Behauptung hingewiesen werden. Ohne Meinungsdruck sind die Kinder sehr wohl in der Lage, ca. 90 Prozent aller erlebten Ereignisse richtig einzuordnen. pp.
Über 60: Abstriche bei
Nacht- und Fernfahrten
Auch für die Altersgruppe über 60 gehört der eigene Pkw zur Lebensqualität, einmal zur eigenen Versorgung – da viele ältere Menschen in den Randgebieten leben – zum anderen für die Teilnahme an kulturellen und Freizeitaktivitäten, stellen die Psychologen Arnd Engeln und Bernhard Schlag, Dresden, fest. Befragt wurden 203 Personen aus dem Kölner und Dresdner Raum. Ein Viertel davon waren Frauen. Fast die Hälfte der Fahrzeugbenutzung geht auf das Konto von Einkauf und Freizeit, 15 v.H. sonstige Erledigungen, 7 Prozent für Arzt und Körperpflege und für die restlichen 30 Prozent werden Besuchsfahrten, Hobby, Service, Ehrenamt und religiöse Tätigkeiten genannt. Allerdings macht diese Altersgruppe Abstriche bei Fern- und Nachtfahrten, Besuch von Stadtzentren mit schwierigen Parkmöglichkeiten. Auch stressiges Verkehrsgeschehen löst Unsicherheit und Angst aus und wird deshalb gemieden. Ein komplizierter Fahrplan, Einsteigeprobleme, verbunden mit weiten Fußwegen zur Haltestelle erschweren das Umsteigen auf den Nahverkehr. pp
Outfit vom Doppelten Lottchen
erschwert Selbst-Erkenntnis
Dass eineiige Zwillinge in allem hundertprozentig übereinstimmen, hat die Wissenschaft längst widerlegt. So herrscht bei der Händigkeit nur eine Übereinstimmung von ca. 78 Prozent, ähnlich wie bei zweieiigen Zwillingen. Anderseits kann bei zweieiigen Zwillingen eine verblüffende Übereinstimmung herrschen, sodass Eltern und Umwelt ihre Schwierigkeiten haben, die beiden voneinander zu unterscheiden. Auch können sich genetisch identische Zwillinge im Laufe der Jahre unterschiedlich entwickeln, was Statue und Körpergröße angeht. Schwierigkeiten, sich auf Fotos selbst zu erkennen haben Zwillinge in weit größerem Maße als Einzelkinder. Bezugspersonen wie die Mutter werden früh erkannt, für sich selbst aber nutzen sie eine Sammelbezeichnung. Erst mit vier Jahren ist die Selbst-Erkenntnis perfekt. Eltern, die ihre Zwillinge wie das Doppelte Lottchen kleiden, tragen zur Verwirrung bei. Empfehlung der Wissenschaftler Werner Deutsch, Angela Wagner und Renate Burchardt (Braunschweig) die Zwillinge verschieden zu kleiden, ihre Eigenarten stützen, um die persönliche Identität zu fördern. pp
Support statt brauchbarer
Gebrauchsanweisung
Es ist nicht immer leicht, in ein Computerprogramm einzusteigen. (Oder besser: es ist immer nicht leicht . . .) Dicke Handbücher finden nicht die Gegenliebe der sogenannten User. Aber dafür gibt es Gebrauchsanweisungen und das Hilfeprogramm. Also nimmt man zuerst die Gebrauchsanweisung vor. Sie verspricht, in wenigen Minuten im Programm sattelfest zu sein. Verspricht . . . Aber schon bald stellt sich heraus, dass diese Minuten sich (manchmal) zu Tagen dehnen. Also, verlässt man sich auf das beliebte Trial und Error-Spiel, Versuch und Irrtum. Nachdem man (Frau) genug Irrtümer erkannt hat, kommt es zu weitaus geschickteren Versuchen, ins Zentrum, des Geheimnisses vorzudringen. Allerdings erreicht man von den zehn möglichen (Gebrauchs) Punkten des Programms auf diese Weise nur vier oder fünf. Bleibt das Hilfeprogramm. Aber eigentümlich, genau auf die Fragen, die der User hat, kann das Hilfeprogramm (in den meisten) Fällen nicht antworten. Doch da gibt es im Vorspann des Programms eine Telefonnummer unter dem neudeutschen Begriff Support. Was ist ein Support? Wenn eine Firma in Dublin (!) eine Telefonzentrale einrichtet, die u. a. auch den deutschen Kunden über ein Programm oder ein Produkt fernmündlich Auskunft und Hilfe erteilt, dann ist das ein Support. Was die Telefonminute kostet? Nun, von 1,21 € bis über 5 €. Auch die Warteminuten zählen, wenn die sympathische Stimme – o Wunder in Ihrer Heimatsprache - sagt: „Sie werden verbunden, sobald der nächste Platz frei ist.“ Da die Supportleute sehr gefragt sind, kann es selbstverständlich lange dauern. Und dann endlich sind Sie an der Reihe. Es nützt wenig, Fragen vorbereitet zu haben. Die sympathische Stimme wird ihnen erst einmal erklären, dass das Programm eigentlich ganz einfach sei. Und erst wenn Sie an Ihrer Intelligenz zu zweifeln beginnen, bekommen sie halbwegs brauchbare Tipps. Der beste: Und wenn Sie jetzt immer noch nicht klar kommen, dürfen Sie gern nochmals anrufen. “ Na, wenn das kein brauchbarer Tipp ist. pp.
Sportlerrinnen erleben
Karriereabbruch als Versagen
Die häufigste Ursache für den Abbruch der leistungs-sportlichen Karriere (Dropout) bei Frauen ist das Gefühl, sich nicht weiter steigern zu können. Fast gleichrangig werden Verletzungen, persönliche Schwierigkeiten mit Beruf und Partner genannt. Das Problem ist international und gilt für sämtliche Sportarten. Der meist ungeplante Karriereabbruch wirkt sich, wie die Leipziger Sportpsychologin Dorothee Alfermann festgestellt hat, als kritisches Lebensereignis aus und wird als Versagen erlebt. Eine besonders schwierige Phase mit hohem Dropout-Risiko ist der Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter. Für die jungen Frauen kommt ein weiteres Problem hinzu, die Familienplanung. Bis zum Zeitpunkt des Dropouts gab es keine Erfolgsunterschiede zwischen den Aussteigerinnen und den Aktiven. Allerdings erwiesen sich die Aussteigerinnen zuvor schon als ängstlich, zeigten geringere Ausdauer in Leistungssituationen und standen neuen Situationen pessimistisch gegenüber. Nach dem Karriereabbruch litten die meisten Sportlerinnen unter psychosomatischen Beschwerden, mangelnder Selbstsicherheit und Durchsetzungsfähigkeit. Der Ausstieg führte in vielen Fällen zum vollständigen Bruch mit der bis dahin ausgeübten Sportart. Die Ex-Sportlerinnen suchten sich häufig neue Aufgaben, um das Misserfolgsgefühl des Karriereabbruchs zu verdrängen pp.
Krankheit ein Fingerzeig
zur Lebensänderung
Der Genesungsprozess dürfe nicht allein dem Arzt überlassen werden, sondern der Patient müsse als gleichberechtigter Partner seine Selbstheilungskräfte mobilisieren, fordern Psychologen, die eine Reihe von Patienten über einen längeren Zeitraum beobachtet haben. Patienten, die sich mit ihrer Krankheit - es ging vorzugsweise um Wirbelsäulenkranke - auseinander gesetzt hatten und trotz aller Behinderung den Lebensmut nicht verloren und sich wieder in den Arbeitsprozess integriert hatten, machten bessere Heilfortschritte als eine andere Gruppe, die sich ausgesprochen pessimistisch gab. Die optimistischen Patienten verstanden ihre Krankheit als ein Lernangebot, als einen Fingerzeig, ihr Leben zu verändern, während die Grübler mit der Suche nach den Krankheitsursachen sich nur auf die Vergangenheit konzentrierten. Sie waren auch weniger mit der Heilbehandlung zufrieden, obgleich es keine medizinischen Unterschiede zu der anderen Gruppe gab. Um die Pessimisten umzustimmen und bei ihnen eine positive Einstellung zum Krankheitsbild zu erzeugen, sollte eine Patientenschule eingerichtet werden. pp.
Freundliche Scheidungseltern wecken
Wunsch nach Wiedervereinigung
Alleinstehende Mütter mit einem fünf Monate alten Säugling haben es wesentlich schwerer als Mütter mit einem Partner. Die Alleinstehenden leiden - zum Teil signifikant - stärker unter Angstgefühlen; Schwermütigkeit und Erschöpfung als Frauen, die sich auf den Vater ihres Kindes stützen können. Es bemächtigt sich ihrer viel häufiger ein Gefühl von Verlassenheit als bei einem bestehenden Verhältnis. Zu diesem Ergebnis kommt die Hamburger Psychologin Eva Arnold, die eine Befragungsaktion mit Müttern durchführte. Allerdings sind die alleinstehenden Mütter noch besser dran als eine vergleichbare Gruppe von Frauen, die sich trotz vieler Probleme von ihrem Partner, dem Vater des Kindes nicht trennen können oder wollen. Die unsichere Situation trägt noch stärker zur Belastung bei. Die Psychologin hält es nicht für sinnvoll eine aussichtslos disharmonische Ehe im Interesse der Kinder aufrecht zu erhalten. Die Kinder würden unter dieser Unsicherheit unter Umständen stärker leiden als unter einer Trennung. Ziel der Psychologie müsse es sein, die negativen Konsequenzen für die Kinder zu mildern. Entwicklungsschwierigkeiten bei Kindern könnten vermieden werden, wenn die emotionalen Auseinandersetzungen vor der Scheidung unter Kontrolle gehalten würden und die Eltern nach der Trennung kooperieren. Allerdings können Kinder, die plötzlich ihre verfeindeten Eltern in freundlicher Atmosphäre erleben, den Wunsch nach Wiedervereinigung nur schwer unterdrücken. Die Nebenwirkungen einer Scheidung können durch eine stabile Lebenssituation des Sorgeberechtigten und eine ausreichende materielle Versorgung weiter gemildert werden. - Besonders belastend wird es von Kindern wie den Erwachsenen empfunden, wenn ein Viertel aller geschiedenen Eltern auch nach der juristischen Trennung ihre Auseinandersetzung nicht beenden. Einem weiteren Viertel gelingt es allerdings kooperative und konstruktive Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln. 40 Prozent der nicht-sorgeberechtigten Väter haben kaum oder keinen Kontakt zu ihren Kindern. Aber auch Erwachsene leiden selbst unter dem psychologischen Prozess der Scheidung, der von Trauer, Wut, Angst und Kränkung begleitet wird, die sich bis zur Selbstmordabsicht steigern können. Geschiedene, die mit ihren Problemen nicht fertig werden, haben eine höhere Krankheits- und Sterberate. Wem es allerdings gelingt, sich mit der neuen Situation zu arrangieren, kann die Scheidung längerfristig als einen persönlichen Gewinn an Selbstbewusstsein und Autonomie erleben. pp.
Neue Medien machen Jugendliche lernaktiv
Die neuen Medien, wie Multimedia und Internet, verlangen aktives, selbstständiges und flexibles Lernverhalten. Damit sozial benachteiligte Jugendliche nicht ins Hintertreffen geraten, richtete das Wissenschaftliche Institut des Jugendhilfswerks Freiburg, Kurse für Video- und Computerarbeit ein, die durch Radio- und Multimedia-Tätigkeit erweitert wurden. Es stellte sich schnell heraus, dass Multimedia-Projekte bei arbeitslosen Jugendlichen Aktivität, Engagement, Selbstwertgefühl und die Hoffnung auf die Zukunft fördern. In der Gruppenarbeit können gleichzeitig verschiedene Arbeitsschwerpunkte gebildet werden wie Textverarbeitung, Bildbearbeitung, Zeichnen, Computeranimation Soundkomposition, Recherche in Archiven oder bei Wissenschaftlern. Als Ergebnis der Arbeit entsteht eine CD-ROM oder eine Webseite zum Thema. Roland Bader, ein Wissenschaftler des Projekts erkannte, dass Neugier eine wichtige Voraussetzung ist, aus passiven Mediennutzern (TV und Radio) aktive Multimedia-Benutzer zu machen, die selbstständig ihr Wissen erweitern. Allerdings müsse man den Jugendlichen Zeit lassen, die Technik zu lernen und sich damit kreativ auszudrücken. Die Motivation zur Computerarbeit sei stark, weil Computerkompetenz bei Jugendlichen immer noch hoch im Ansehen stehe. pp.
Erfolgreiche Frauen lassen sich coachen
Praktische Hilfe auf dem Weg zum Ziel
Freude am Leben, sich für eine Idee, eine Vision einzusetzen, die anderen nützt, lautet das Erfolgsrezept von Frauen in Spitzenpositionen in Politik und Beruf. Sie sind selbstsicher, entwickeln Fantasie und behaupten von sich, auch auf anderen Gebieten erfolgreich sein zu können. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die Wirtschafts- und Sozialforscherin Lilli Cremer-Altgeld, Institut für Management und Evolution in Bedburg, durchgeführt hat. Fast alle erfolgreichen Frauen ließen sich coachen, von ihrem Vater, ihrem Mann, einer Freundin oder einem professionellen Coach. Während des Coaching haben die meisten ihre Talente entdeckt und entwickelt, gewagt, ihre Träume in die Realität zu übersetzen.
Früher gehörte der Coach zum Sport. Er war Fachmann, Ratgeber, Pädagoge mit psychologischem Einfühlungsvermögen, Trainer. Jetzt hat der Coach seine Tätigkeit bis in die berufliche und sogar private Sphäre ausgeweitet. Natürlich kann der Coach auch weiblich sein. Er/Sie liefert dem Klienten/der Klientin den maßgeschneiderten Plan, das Lebensziel zu erreichen, sei es in die Vorstandsetage einer Firma aufzusteigen oder im Privatbereich erfolgreich zu sein, maßgeschneidert nach einem Sieben-Punkte-Programm. Die Realisierung beginnt mit dem Aufschreiben des Wunschzieles. „Die Ziele sind meist gar nicht so unrealistisch“, erklärt Lilli Cremer-Altgeld mit Blick auf ihre zehnjährige Coach-Praxis. In über 200 Einzelberatungen stellte sie fest, dass Frauen sich um 30 Prozent zu niedrig einschätzten. Schritt Nr. Zwei: Die echten Begabungen erkennen. „Ist die Kluft zwischen dem Anforderungsprofil und der Persönlichkeit zu groß, ist Misserfolg vorprogrammiert“, warnt Lilli Cremer-Altgeld. Der nächste Schritt: die persönlichen Ressourcen, Energien aktivieren und die Chancen herausarbeiten. Vierter Punkt: Aufstellen des Handlungskonzeptes, anschließend eine Schritt-für-Schritt-Umsetzen in die Praxis, wobei es wichtig ist, die Selbstsicherheit des Klienten, der Klientin zu stärken. Gleichzeitig werden die Techniken vermittelt, die Aufgaben der angestrebten Position bewältigen zu können. Erst wenn sich die Erfolge einstellen, gilt das Ziel als erreicht. Die letzte Stufe ist das „Feed-back“ - eine positive Rückmeldung am Ziel.
Frauen nutzten zu wenig die Chance der Selbstverwirklichung, wagten zu wenig, ihre Visionen umzusetzen, so die Marktforscherin Sie rät Frauen, die noch mehr aus ihrem Leben machen wollen, sich coachen zu lassen, um nicht nur ihr Ziel zu erreichen, sondern den Lohn der Anstrengung auch zu genießen. Auch das lernt man beim Coaching. pp.
Eigensinnigkeit und Ungehorsam
Risikofaktoren für Misshandlung
Mehr als die Hälfte aller Eltern wenden bei der Erziehung noch die Prügelstrafe an. Bei einer repräsentativen Umfrage unter 2.392 Jugendlichen gaben 81,5 Prozent der 13- bis 16-jährigen 1994 an, geohrfeigt zu werden 10,7 Prozent berichteten von Schlägen mit einem Stock oder Gürtel. Die Anzahl der Kindesmisshandlungen hat laut Statistik im letzten Jahrzehnt zugenommen. Besonders gefährdet sind Kinder von Eltern mit geringer Schul- oder Berufsbildung, psychischer Störung oder selbst gestörter Kindheit, in der sie Gewalt am eigenen Leibe erfahren haben. Aber auch frühe und ungewollte Schwangerschaft, oder Arbeitslosigkeit oder beengte Wohnverhältnisse sieht die Wissenschaftlerin Angela Gosch, vom Klinikum der Universität Kiel als Risikofaktoren für Kindesmisshandlung an. Besonders gefährdet sind junge Kinder, die viel schreien, schlecht zu trösten sind und sich nur schwer auf neue Situationen einstellen. Bei älteren Kindern oder Jugendlichen werden Ungehorsam, Aggressivität, Hyperaktivität oder andere Verhaltensauffälligkeiten zum Risikofaktor. Meist sei die Kindesmisshandlung der Endpunkt einer eskalierten Konfliktsituation, die die Eltern überfordert hat. Aber Eltern können in therapeutischen Hilfsmaßnahmen lernen, Gefühle der Hilflosigkeit oder Überforderung zu verändern, aggressive Impulse zu kontrollieren oder kindliche Äußerungen der Situation entsprechend zu interpretieren. Auch ein Erziehungsbeistand kann hilfreich sein, der praktische Hilfen bei der Erziehung oder der Organisation des Alltags gibt. Eine Befragung von 1018 Studenten und Studentinnen in Unterfranken ergab, dass 12,5 Prozent der Studentinnen als Mädchen bis 14 Jahren sexuell belästigt oder missbraucht worden sind. Bei den Studenten waren es 6,9 Prozent. Etwa die Hälfte der Opfer hat später zu jemandem über ihre Erlebnisse gesprochen. Solche Berichte sollten von den Erwachsenen ernst genommen werden und zumindest Grund zu einer Falluntersuchung werden. pp
Grandprix: Jurys urteilen
hinter verschlossenen Türen
Beurteilungen bei Musikwettbewerben sind immer noch in Buch mit sieben Siegeln. Die Preisrichter lassen sich nicht in die Karten gucken, beklagt Musikpädagoge und Psychologe Adam Kormann (Landshut) die Situation. Dabei wäre im Sinne einer musikalischen Nachwuchsförderung mehr Transparenz zu wünschen. Auch die Bewertungen bei der Vorauswahl wie bei der Endausscheidung zum Grandprix Eurovision de la Chanson waren bisher weder öffentlich, noch wurden die Beurteilungskriterien nachher zur Auswertung freigegeben. Die Jury für die Endabstimmung bestand in jedem Land aus acht Fachleuten und acht Laien. Seit 1997 tritt in der Bundesrepublik Deutschland an die Stelle des Jurorenurteils die Tedabstimmung. Favorit beim Grandprix ist Irland mit sieben Siegen, gefolgt von Luxemburg, England, Frankreich mit je fünf Siegen. Der französische Siegertitel von 1967 „Puppet on a string“, gesungen von Sandie Shaw war der größte Verkaufshit aller Siegertitel. Drei Siege errang Schweden – darunter 1974 die Gruppe ABBA mit „Waterloo“. Zwei Mal siegten seit 1956 – erster Grandprix – Norwegen, Schweiz, Italien, Spanien und Israel und nur einmal Dänemark, Österreich, Monaco, Belgien, Jugoslawien und Deutschland. Nicole errang 1982 mit dem Titel „Ein bisschen Frieden“ (Komponist Ralph Siegel) mit einem Vorsprung von 61 Punkten den Sieg für Deutschland. In den 42 Grandprix-Jahren landete Deutschland vier Mal auf dem zweiten und vier Mal auf dem dritten Platz.
Der Erfolg eines Schlagers – erst recht beim Grandprix-Wettbewerb - hängt von dem Zusammenwirken mehrerer Faktoren ab, gibt Adam Kormann zu bedenken. Da sind einmal die Ergebnisse von Komponist, Texter, Arrangeur und Interpret. Sie stehen in einem Wirkungsverhältnis zur Umwelt – Publikum, Zeitgeist, Wertevorstellung, Wirtschaft und Politik und lokaler Atmosphäre. Die Siegeschancen vorauszusagen, sei daher äußerst schwierig.
Die kitschigen und primitiven, schnell zu komponierenden Songs erhielten beim Grandprix 1996 von den Jurys die besten Noten, stellte der Musikstudent Jochen Rössler fest, der sämtliche 23 Songs analysierte. Lieder mit kompositorisch höherem Anspruch von Bosnien-Herzegowina, Polen, Russland und Zypern landeten nur auf den hinteren Plätzen.
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Bei Hoch-Spannung
wenig Chancen für Werbespots
Fernsehzuschauer ärgern sich, wenn ein spannendes oder lustiges Fernsehprogramm (Krimi, Komödie) von Werbespots unterbrochen wird. Je besser der Film, umso stärker der Wunsch, statt der Werbung die Zeit für eine andere Tätigkeit zu nutzen. Werbung nach einer Fernsehsendung hat dann die besseren Chance, wenn die Sendung gefallen hat. Zu diesem Ergebnis kam der Mainzer Psychologe Axel Mattenklott, der bei 180 Personen im Alter von 17 bis 62 Jahren die Wirkung von Fernsehwerbung in Filmen (Krimi, Komödie und Heimatfilm) untersuchte. Am besten erinnert wurden die Werbespots nach einem den Zuschauer wenig aktivierendem Programm, nach Landschaftsbetrachtungen. Bei Krimis oder Komödien, wo der Zuschauer die Gelegenheit hat, sich stark zu engagieren oder sich mit einer handelnden Person zu identifizieren, hat er wenig geistige Kapazitäten frei, die Information der Werbung zu verarbeiten, günstiger für Werbespots, wenn der Film nicht an der spannendsten Szene unterbrochen wird. Das gilt auch für Werbespots in Sportübertragungen. Werbung an den Spannungshöhepunkten bleibt außerdem schlechter im Gedächtnis haften.
Wollen die Werber trotzdem die Hoch-Spannungsphase beim Zuschauer nutzen, so sollten keine Spots benutzt werden, die neue Produktvorteile demonstrieren wollen. Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Die Stimmung des Films färbt auf die Werbespots ab. Nach einem Film mit angenehmen Ereignissen werden Werbe-Infos mit ähnlicher Stimmung am leichtesten ins Gedächtnis aufgenommen. Auf der anderen Seite signalisiert eine traurige Stimmung eine mögliche Bedrohung, was zu einer gründlichen Verarbeitung von Informationen führt, um die Kontrolle über die Bedrohung zu erlangen.
Unterbrechen die Werbespots dagegen einen „unangenehmen“ Film, so wird die Unterbrechung als wohltuend empfunden, eine gute Chance für die Werbeinformation, im Gedächtnis gespeichert zu werden. pp
Reden macht schlank
EMIL zählt beim Essen jedes Gramm
Um das Essverhalten eines Menschen objektiv festzuhalten, entwickelten amerikanische Psychologen eine Monitoranlage, die jede Phase der Nahrungsaufnahme festhält. Deutsche Psychologen verfeinerten das System und schufen EMIL, das vervollkommnete System. Es besteht aus einer elektronischen Waage, die unsichtbar in den Tisch eingelassen und während des Testessens alle zwei Sekunden Informationen an einen Computer im Nebenraum liefert. Außerdem protokolliert eine verdeckte Kamera das Essverhalten. Das System liefert Daten über die aufgenommene Nahrungsmenge pro Sekunde, die Dauer des Kauens pro Bissen und die Anzahl der Bisse. Alle Informationen werden vom Computer zu einer individuellen Essenskurve verarbeitet. Das Testesssen - gebackener Camembert mit Preisselbeeren - wurde nach einigen Tagen wiederholt. Die beiden Essenskurven glichen sich bis auf winzige Abweichungen aufs Haar, d.h. das Essverhalten ist konstant.
Essgewohnheiten zu ändern ist häufig Grundbestandteil jeder Gewichtsreduktion. Alles, was die Essensaufnahme stört oder verlangsamt, dürfte diesem Ziele dienen. Deshalb sollte man nach Möglichkeit nicht (heimlich oder) allein essen. Man sollte sich an den Esstisch setzen, um in entspannter Atmosphäre Informationen auszutauschen und nicht nur zur Nahrungsaufnahme. Das Reden bringt vom Heißhunger ab, das Essen bekommt einen niedrigeren Stellenwert, und das Sättigungsgefühl eine gute Chance, früh genug registriert zu werden. Dann darf man auch getrost seine gute Kinderstube vergessen und Reste auf dem Teller zurücklassen. Denn Reden macht schlank. pp
(1630 Anschläge)
Optimaler Spracherwerb: Eltern
sprechen wie auf der Bühne
Eine Sprache lernt man durch Hören, Hören und nochmals Hören. Dann erst folgt das Imitieren des Gehörten. Dass die Qualität der Mutter-Sprache eine positive Auswirkung auf den Spracherwerb des Säuglings hat, ist bekannt. Ein Wissenschaftler der Ruhr-Uni Bochum, hat fünf Jahre lang - vom Säuglingsalter an - das Sprachverhalten der Eltern protokolliert und gleichzeitig die Sprachentwicklung des Kindes beobachtet. Das Ergebnis: das Kind reagiert in den ersten drei Lebensjahren aufnahmefreudig auf eine sehr akzentuierte, durchgefeilte Bühnensprache mit vielleicht sogar übertriebener Betonung. Sprechen mit Emotionen im höheren Frequenzbereich motiviert das Kind von Anfang an zur Kommunikation, zuerst mit Gesten, dann mit Lauten, dann mit Wortimitationen. Positiv auf das Lernverhalten des Kleinkindes wirkt sich auch das Wiederholen von Wörtern oder ganzen Sätzen aus. Ganz wichtig sind von Anfang an genügend lange Pausen nach Sätzen, damit das Gehörte verarbeitet werden kann. Das gilt für das Vorlesen von Geschichten. Der dramatische Effekt der Sprache fördert das Sprechenlernen. Ab dem dritten Lebensjahr wirkt sich das kommunikative Fragespiel günstig auf die Sprech- und Mitteilungsbereitschaft des Kindes aus. Ganz entscheidend: den kleinen Menschen von Anfang an als vollwertigen Gesprächspartner ansehen und behandeln. Es beginnt mit dem telegrammartigen Kommentar live über die Tagesereignisse - Baby im Tragetuch auf der Hüfte - und führt zur Erklärung komplizierter Umweltvorgänge für einen verständigen Gegenüber im Vorschulalter. pp
(1670 Anschläge)